Abteilung Wirtschaftsinformatik II

Forschungsgebiete

Informationssysteme bei Finanzdienstleistern (ISF)
Problemstellung und Zielsetzung
Prozesse und Produkte der Finanzwirtschaft sind sehr informationsintensiv und zudem weitgehend standardisierbar. Banken und Versicherungen sind daher von Innovationen in der Informations- und Kommunikationstechnologie besonders stark tangiert und weisen für den Einsatz dieser Technologien generell ein hohes Potenzial auf. I&K-Systeme können dabei sowohl Leistungsprozesse wie z. B. die Bonitätsprüfung als auch Führungsprozesse unterstützen. Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, die Einsatzmöglichkeiten von I&K-Technologien in der Finanzbranche aufzuzeigen. Ausgangspunkt dabei ist die Analyse fachlicher Problemstellungen, Ziel der Arbeiten sind häufig prototypische Realisierungen branchenspezifischer Softwarelösungen.
Aktuell bearbeitete Fragestellungen
· Data Mining für das Credit Scoring
· IT-Unterstützung im Kreditrisikomanagement
· Produktentwicklung in Versicherungen


Innovative Technologien und Architekturen (ITA)
Problemstellung und Zielsetzung
Die Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) eröffnet Unternehmen in immer kürzeren Abständen neue Gestaltungsoptionen für den Geschäftsbetrieb. Beispielhaft zu nennen sind die Entwicklungen im Bereich der Sensorik, die neue Optionen der Datenerfassung eröffnen genauso wie die Vorteile plattformunabängiger Technologien, die die Integration unternehmensübergreifender Geschäftsprozesse vereinfachen können. Auch Privatpersonen können Nutzen aus dem technologischen Fortschritt ziehen, beispielsweise durch Verbesserungen von täglichen Arbeitsabläufen. Hier ist als Beispiel die Online-Distribution von digitalen Gütern (z. B. Zeitschriftenartikel) zu nennen, die zu einer schnellen Verfügbarkeit von gewünschten Informationen führt. Viele Unternehmen und Privatpersonen erkennen die Potentiale neuer Technologien und Architekturen jedoch nicht bzw. schätzen sie falsch ein. Die zahlreichen Flops technologiegetriebener Innovationen verdeutlichen dieses.
Das Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, Potenziale ausgewählter neuer Technologien und auch Systemarchitekturen aufzuzeigen und abzuschätzen. Im Fokus der Untersuchungen stehen somit sowohl betriebswirtschaftliche als auch gesamtwirtschaftliche Konsequenzen neuer Technologien und Architekturen.
Aktuell bearbeitete Fragestellungen
· Peer-to-Peer Architekturen und Anwendungsgebiete
· Web Services und Anwendungsgebiete
· Business-Szenarien für Ubiquitous Computing


Konvergente Märkte der Internetökonomie (KMI)
Problemstellung und Zielsetzung
Seit einigen Jahren wird im Rahmen des Phänomens Internetökonomie die so genannte Konvergenz diskutiert. Hierunter wird die strukturelle Verbindung der bisher getrennten Branchen Telekommunikation, Informationstechnologie und Medien verstanden, die durch technologischen Wandel (Digitalisierung, Kapazitätenzuwachs, Vernetzung), gesellschaftliche Veränderungen und Globalisierungs- bzw. Liberalisierungsprozesse ausgelöst wird. Ganze Wertschöpfungsketten und die Rollen einzelner Player werden hierdurch in Frage gestellt Durch die damit verbundene Umweltdynamik und Planungsunsicherheit ergeben sich für die betroffenen Unternehmen neue Herausforderungen. Häufig lassen sich z. B. bekannte Instrumente und Vorgehensweisen des strategischen und operativen Managements nicht mehr anwenden. Neben den zu bewältigenden Herausforderungen können die betroffenen Unternehmen jedoch auch neue Optionen wahrnehmen. Die umfassende Digitalisierung ermöglichst z. B. eine äußerst zeitnahe Distribution entsprechender Güter (Software, Informationen) oder aber den einfachen Verkauf einzelner Teilleistungen (z. B. kapitelweiser Absatz von Büchern).
Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, die Optionen und Herausforderungen der von den Konvergenzprozessen betroffenen Unternehmen umfassend zu analysieren und Lösungsvorschläge in Form von Konzepten oder auch prototypischen Softwarerealisierungen zu erarbeiten.
Aktuell bearbeitete Fragestellungen
· Controlling für innovative Geschäftsmodelle der Internetökonomie
· Individualisierung als strategische Perspektive der Medienbranche
· Absatz digitaler Produkte
· Strategisches Innovationsmanagement für Business Webs
· Operatives Innovationsmanagement für Business Webs

Wissens- und Bildungsmanagement (WBM)
Problemstellung und Zielsetzung
In modernen und hochentwickelten Volkswirtschaften ergänzt bzw. ersetzt der "neue" Produktionsfaktor Wissen zunehmend die "klassischen" Produktionsfaktoren Arbeit, Rohstoffe und Kapital. Bei vielen Produkten wird ein großer Anteil (60 % - 75 %) der Wertschöpfung durch den Produktionsfaktor Wissen erzeugt. Des weiteren ist es zu beobachten, dass Wissen in Zeiten intensiver Veränderungen (Technologien, Gesellschaften) immer schneller veraltet (sinkende Halbwertzeit des Wissens) und gleichzeitig - durch z.B. Lean Management-Bewegungen - auch auf niedrigeren Hierarchieebenen immer komplexere Aufgabestellungen zu bewältigen sind. Die Fragen danach, über welches Wissen Mitarbeiter verfügen müssen, wie Wissen abgebildet und hinterlegt werden kann, wie sich Wissen weiterentwickelt, wie Wissen identifiziert und nutzbar gemacht werden kann werden seit einigen Jahren unter dem Schlagwort Wissensmanagement gestellt. Außer acht gelassen wird dabei in der Regel die Frage danach, wie (mit welchen Hilfsmitteln, in welchen Organisationsformen etc.) Wissen erworben werden kann. Da Wissen durch Lehre vermittelt und durch Lernen erlangt wird, scheint es sinnvoll, die Forschungsthematik Wissensmanagement explizit um die Komponente Bildungsmanagement zu ergänzen. Die aktuellen Entwicklungen im Bereich E-Learning deuten ebenfalls darauf hin, dass die Forschungsfelder "Lernen" und "Wissensmanagement" nicht mehr separat voneinander betrachtet werden, sondern miteinander verschmelzen. Beispielhaft zu nennen ist hier das Phänomen des Learning on Demand, welches eher einem situationsbezogenen und akuten Erwerb von Wissen durch Nachschlagen nachkommt als Bildung im eigentlichen Sinne darstellt.
Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, das Thema Wissens- und Bildungsmanagement aus Sicht der Wirtschaftsinformatik aufzubereiten.
Aktuell bearbeitete Fragestellungen
· Wissensmanagement in dezentralen Strukturen
· Systemunterstützung in der Weiterbildung
· Modularisierung von webbasierten Lehr/Lernarrangements
· Geschäftsmodelle für Hochschulen als Anbieter auf dem Weiterbildungsmarkt
· Hochschulcontrolling

Ausstattung

Vernetzte PC mit Peripherie
Multimedialabor

Leistungsangebot

Für jedes der vorgestellten Forschungsgebiete kann es die Abteilung Wirtschaftsinformatik II übernehmen:
· Gutachterliche Stellungnahmen zu verfassen,
· Konzeptionen für einzelnen Problemstellungen zu erarbeiten,
· einzelne Lösungsvorschläge während der Realisierungs- und Nutzungsphase wissenschaftlich zu begleiten sowie
· Problemlösungen zu evaluieren.

Ausgründungen

Aus dem Projekt Bildungsnetzwerk Winfoline wurde ein Weiterbildungsstudiengang (Master of Science in Information Systems) geschaffen, der seit Herbst 2002 angeboten wird. Zur Administration des Studiengangs wurde eine Sachbearbeiter-Stelle geschaffen (BAT V). Der Studiengang trägt sich vollständig selber.

Schlagworte

· Informationssysteme bei Finanzdienstleistern
· Konvergente Märkte der Internetökonomie
· Wissens- und Bildungsmanagement
· Innovative Technologien und Architekturen
Informationsmanagement, Mobilkommunikation, Multimedia, Softwareentwicklung, Controlling, Innovationsmanagement, Wissensmanagement, Bildung, Lernen

Übersetzung nicht verfügbar

Kontakt

Ansprechpartner/-in

Herr Prof. Dr. Matthias Schumann
Telefon:
0551/39-4442

Forschungseinrichtung

Georg-August-Universität Göttingen
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Institut für Wirtschaftsinformatik
Abteilung Wirtschaftsinformatik II
Hausanschrift:
Platz der Göttinger Sieben 5
37073 Göttingen
Telefon:
0551/39-4442
Telefax:
0551/39-9735
Stand: 07.09.2004