Sozialstrukturanalyse und Europaforschung

Forschungsgebiete

Die Forschungsaktivitäten des Arbeitsbereichs konzentrieren sich auf zwei Bereiche: Zum einen soll ein Beitrag zur stärkeren Berücksichtigung der europäischen Dimension der Sozialstrukturanalyse geleistet werden, zum anderen soll der Übergang zu einer innovationsorientierten, global ausgerichteten Wissensgesellschaft als entscheidender Bestimmungsfaktor sozialstruktureller Wandlungsprozesse analysiert werden.

1. International vergleichende und europäische Sozialstrukturanalyse

Der erste Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereichs stellt die Europäisierung und Internationalisierung nationaler Gesellschaften in den Mittelpunkt und will damit einen Beitrag zur Überwindung des methodologischen Nationalismus der Ungleichheitsforschung leisten.
Das theoretische Interesse an der Europäisierung sozialer Ungleichheiten und ihrer Bestimmungsfaktoren wird in verschiedenen Projekten und Initiativen umgesetzt: Gemeinsam mit dem SOFI Göttingen und zahlreichen weiteren europäischen Partnern wirkt der Bereich erstens an dem EU-Forschungsprojekt „Resources, rights and capabilities: in search of social foundations for Europe“ mit (Koordinator: Robert Salais; IDHE Cachan). In dem bearbeiteten Teilprojekt geht es um die organisatorischen Herausforderungen einer integrierten Beschäftigungspolitik auf der regionalen Ebene. Zweitens wurde in dem 2008 abgeschlossenen DFG-Projekt zur Offenen Methode der Koordinierung der Einfluss einer weichen europäischen Koordinierungsmethode auf die nationalen Beschäftigungs- und Sozialpolitiken in Deutschland, Italien und Frankreich untersucht. Drittens wurde das Interesse an der Europäisierung und Internationalisierung nationaler Gesellschaften als Kristallisationspunkt für die Schaffung eines sozial- und wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Forschungsverbunds genutzt. In diesem Verbund wurde ein Antrag für die Einrichtung einer DFG-Forschergruppe zum Thema „Europäisierung nationaler Gesellschaften“ erarbeitet.
Diese Projekte wurden in das interdisziplinäre Forschungszentrum (Centre for Europeanisation and Transnational Regulations Oldenburg, CETRO) eingebracht, das 2008 von der Europäischen Union (EU) als Jean Monnet Spitzenforschungszentrum anerkannt und seitdem finanziell gefördert wird.

2. Konturen der Wissensgesellschaft

Der zweite Schwerpunkt des Bereichs bündelt die innovations- und wirtschaftssoziologischen Forschungsaktivitäten. Hierbei geht es um die Frage nach den Entwicklungsdynamiken einer globalen, innovationszentrierten Gesellschaft, die durch die Erosion und Diversifizierung der bisherigen nationalstaatlichen Regulierungsformen von Arbeit, durch lernende Organisationen und durch neue, territorial eingebundene Formen der Wissensproduktion gekennzeichnet ist. Diesen Interessen wird derzeit im Rahmen von zwei Forschungsprojekte nachgegangen: In dem von der Volkswagenstiftung geförderten Projekt „Regionales Lernen in multinationalen Unternehmen“ wird das Spannungsfeld zwischen regionalen Innovationssystemen und organisatorischen Innovationsstrategien untersucht. Hierzu werden zum einen ausgewählte Innovationsprojekte von fünf deutschen und fünf französischen Unternehmen und zum anderen die jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen analysiert. In dem Projekt "Produktentwicklung in multinationalen Unternehmen. Zwischen institutioneller und organisatorischer Einbettung heterogenen Wissens", das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, sollen Kooperationsmuster im Rahmen betrieblicher Innovationsprojekte in deutschen und britischen Automobil- und Medizintechnikunternehmen untersucht werden.

Leistungsangebot

Vorträge

Weiterbildungsangebot

Mitwirkung am Masterstudiengang Innovationsmanagement

Schlagworte

- Sozialstrukturanalyse
- Europaforschung

Keywords

Europeanization, innovation, multinational corporations, activation policies, national frontiers and borders, regional innovation systems

Kontakt

Ansprechpartner/-in

Herr Prof. Dr. Martin Heidenreich
Funktion:
Professur für Sozialstrukturanalyse
Telefon:
+49-441-798-4867
Bemerkung:
Sprecher des Jean Monnet Centre for Europeanisation and Transnational Regulations Oldenburg (CETRO) (http://www.cetro.uni-oldenburg.de/)

Forschungseinrichtung

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät I - Bildungs- und Sozialwissenschaften
Institut für Sozialwissenschaften
Sozialstrukturanalyse und Europaforschung
Hausanschrift:
Ammerländer Heerstraße 114-118
26129 Oldenburg
Postanschrift:
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26111 Oldenburg
Telefon:
+49 (0)441/798-4964
Stand: 18.10.2010