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11. Juni 2008

Zukunft der Landtechnik: Feldroboter übernehmen Säen, Düngen, Spritzen und Ernten

Er ist kniehoch, rundum verkabelt und fährt wie von Geisterhand gesteuert über Stock und Stein: Die Hightech-Zukunft der Landtechnik sieht auf den ersten Blick wie ein getunter Spielzeug-Traktor aus. Der Osnabrücker „Agronaut“ ist einer der Favoriten der Field-Robot-WM vom 12. bis zum 14. Juni, bei der Studenten-Teams aus der ganzen Welt in Osnabrück ihre Alleskönner auf Rädern präsentieren.

Das Herz der studentischen Neuentwicklungen sind die Motoren, die mit ihrer Leistungsstärke und Umweltfreundlichkeit inzwischen auch für die Automobilindustrie von Interesse sind. Ihren Weg durch die Pflanzenreihen finden die Feldroboter dank eines eigenständigen Navigationssystems auch in schwerem Gelände bei jedem Wetter.

Die Feldroboter können vielfältige Alltagsaufgaben auf dem Acker oder dem Feld von der Nährstoffzufuhr bis zur Unkrautbekämpfung bewältigen. Oder einfach gesagt: Per Funkspruch kann der unermüdliche kleine Helfer dem Landwirt künftig einen Großteil der Aufgaben abnehmen, die bislang noch mühsame und teure Handarbeit sind. „Die Feldroboter werden nie krank und sind an 365 Tagen im Jahr einsatzfähig. Diese neue Technik wird für die moderne Landwirtschaft künftig einen hohen Praxiswert haben“, betont Agronaut-Projektleiter Professor Arno Ruckelshausen von der Fachhochschule Osnabrück.

Noch ist die Entwicklung in der Anfangsphase. In zehn bis 15 Jahren ist aber damit zu rechnen, dass selbst der schwere Schlepper zur Feldbestellung von „Kollege Computer“ gesteuert werden kann. Die Regelungstechnik großer Landmaschinen kann dann zunehmend von autonomen Feldrobotern übernommen werden.

Schirmherr der Weltmeisterschaft ist Bundespräsident Horst Köhler. Zudem ist die Field-Robot-WM einer der Preisträger des Bundeswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“.

Nicht zuletzt ist der Wettbewerb auch eine Leistungsschau des wissenschaftlichen Nachwuchses, der morgen und übermorgen in den Entwicklungsabteilungen von Hightech-Unternehmen gefragt ist: „Wir wollen mit der WM auch zeigen, dass wir in Osnabrück das Agrotechnik-Valley der Welt sind“, so Ruckelshausen. Er ist zuversichtlich, dass sein Team sich ganz vorn platzieren wird.


 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Arno Ruckelshausen, Fachhochschule Osnabrück
Telefon: 0541 / 969-2090