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23. März 2009

Winzige Gold-Nanopartikel als Marker für Proteine entwickelt

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Biophotonik der Universität Osnabrück hat nun Nanopartikel für die Diagnostik entwickelt, die aus glasverkapselten selbstorganisierten Monolagen auf Gold oder Silber-Nanoschalen bestehen. Sie können zum Beispiel zur Markierung von Antikörpern eingesetzt werden, um gezielt Proteine in Zellen und Geweben nachzuweisen.

Im inneren der Partikel befindet sich eine sehr dünne Goldschicht, die mit einer einfachen Schicht organischer Moleküle umgeben ist. Damit die winzigen Partikel nicht verklumpen sind sie zusätzlich mit einer Schicht Glas umhüllt.

Durch die besonderen Eigenschaften des Golds können die Partikel mittels Spektroskopie (surface-enhanced Raman scattering) nachgewiesen werden. Dazu werden die Goldpartikel mit einem Laser angeregt. So entsteht an der Goldschicht ein Signal, das durch die Monolage organischer Moleküle verstärkt wird.

Vor allem in bioanalytischen und biomedizinischen Anwendungen mit roter bis nahinfraroter Laseranregung, wie beispielsweise der Mikroskopie können die Partikel eingesetzt werden, um Zielsubstanzen zu markieren. Dabei können zahlreiche Substanzen parallel in nur einer einzigen Messung quantativ nachgewiesen werden. Der Nachweis ist hoch sensitiv.

"Wir erhoffen uns vor allem Fortschritte bei der Etablierung verbesserter Methoden zur Tumordiagnostik und arbeiten daher ganz eng mit Pathologen zusammen", so Schlücker. Die Technologie wurde über die Stabsstelle Erfinderberatung und Patente der Universität Würzburg zum Patent angemeldet.

Nun werden diese Arbeiten auf dem Titelblatt der renommierten Fachzeitschrift »Angewandte Chemie« vorgestellt.

Weitere Informationen:
www.uni-osnabrueck.de

Quelle: Uni Osnabrück

Ansprechpartner

Prof. Dr. Sebastian Schlücker, Universität Osnabrück, Fachbereich Physik, AG Biophotonik
Telefon: 0541 / 969-3592