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6. Juni 2008

Testfahrt in der Hohen Tatra: Forscher untersuchen den Einsatz des Satellitensystems Galileo bei Eisenbahnen

Zugfahren soll in Zukunft noch sicherer werden. Dazu haben Forscher der Technischen Universität Braunschweig gemeinsam mit dem DLR Braunschweig, der Universität Karlsruhe und Industriepartnern ein Satelliten-Ortungssystem für Züge entwickelt. Ab 6.Juni testet ein Regionalzug in der Slowakei ein Jahr lang das Ortungssystem auf seine Praxistauglichkeit. Ziel ist es, den Bahnverkehr durch den Einsatz der Satellitenortung sicherer und gleichzeitig kostengünstiger zu gestalten.

Der Unterschied des neuen Ortungssystems zu herkömmlichen Systemen ist, dass nicht die Strecke über die Positionierung Auskunft gibt, sondern das Fahrzeug. Die Sensoren befinden sich am Eisenbahnzug und erfassen so Details der Schienenbefestigungen und der Weichenanlagen. Ein Satellitenempfänger bestimmt mit Hilfe einer digitalen Karte des Schienennetzes die genaue Position der Züge. Damit sollen in Zukunft Sicherungsaufgaben effizienter realisiert werden. Denn anders als beim Navigationsgerät im Auto kann die Ortung bei Zügen über deren Sicherheit entscheiden. Sie dient nicht nur der Zusatzinformation des Fahrers, sondern beeinflusst zum Beispiel die Abstandshaltung, die Geschwindigkeitsüberwachung und die Gleisfreimeldung.

Da es sich hier bei um einen Testlauf handelt, müssen die vom Satelliten-Ortungssystem ermittelten Daten geprüft werden. Dazu entwickelten Forscher des Instituts für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik der Technischen Universität Braunschweig ein unabhängiges Ortsreferenzsystem, das mit einer Genauigkeit im Dezimeterbereich arbeitet.

Die 30 Kilometer lange Strecke durch das Hochgebirge im National Park Hohe Tatra eignet sich besonders gut als Testgebiet, da sie durch alpines Klima und die geographischen Besonderheiten hohe Herausforderungen an die Technik stellt.

In dem Gesamtprojekt arbeiten Forscher aus der TU Braunschweig (Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik unter der Leitung von Prof. Eckehard Schnieder), dem DLR Braunschweig (Institut für Verkehrssystemtechnik unter der Leitung von Prof. Karsten Lemmer), der Universität Karlsruhe (Institut für Mess- und Regelungstechnik unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Stiller) und Bombardier Transportation zusammen. Die slowakischen Eisenbahnen und die Braunschweiger Partneruniversität Zilina unterstützen das wissenschaftlich-industrielle Konsortium vor Ort. Das Forschungsvorhaben mit dem Namen "DemoOrt" wird mit über einer Million Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.


 Weitere Informationen:
www.tu-braunschweig.de

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Eckehard Schnieder, Technische Universität Braunschweig, Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik
Telefon: 0531 / 391-3317