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21. November 2006

Sonnenenergie wird konkurrenzfähiger durch Nanotechnologie aus Clausthal

Ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Clausthal erhöht den Wirkungsgrad von Solarkraftwerken um rund 4 Prozent und macht Sonnenenergie dadurch noch interessanter. Die vier an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler Professor Günther Heinz Frischat, Professor Gerhard Heide, Dr. Gundula Helsch und Dr. Marta Krzyzak erhielten am 9. November den mit 10 000 Euro dotierten Technologietransferpreis der Industrie- und Handelskammer Braunschweig.

Die Forschungsergebnisse werden von der Schott Rohrglas GmbH genutzt, die in einer neu errichteten Fabrik in Mitterteich (Oberpfalz) mit 70 Mitarbeitern beschichtete Glasrohre für solarthermische Kraftwerke produziert.

„Bis der forscherische Tatendrang sich in Markterfolgen niederschlägt sind viele Hindernisse zu überwinden.“ Mit diesen Worten weisen IHK-Präsident Dr. Wolf-Michael Schmid und der Jury-Vorsitzende Professor Werner Gramm darauf hin, dass neben dem Geistesblitz auch ein tragfähiges Konzept sowie geeignete Strategien und Partner aus der Wirtschaft erforderlich sind. Hierin unterscheide sich der Technologietransferpreis der IHK von anderen Preisen. „Als wir vor 22 Jahren den Transfervorgang erstmals mit einem Preis gewürdigt haben, waren wir die Ersten in Deutschland“, freut sich Dr. Schmid. Inzwischen seien 56 Preisträger mit 29 Transferobjekten und einer Preissumme von insgesamt mehr als 180 000 Euro ausgezeichnet worden.

Die Produktion in Mitterteich läuft derzeit auf Hochtouren. Hergestellt werden Komponenten für ein solarthermisches Kraftwerk im US-Bundesstaat Nevada und ein weiteres in Andalusien. Die umweltfreundlichen Anlagen arbeiten mit Parabolrinnenspiegeln, in deren „Brennlinie“ ein Absorberrohr mit bis zu 400 Grad Celsius heißem Thermoöl verläuft. Dieser Absorber wiederum ist zur thermischen Isolation mit einem Glasrohr ummantelt, das über eine hohe Lichtdurchlässigkeit verfügen muss. Den Clausthaler Forschern ist es mit Hilfe der angewandten Nanotechnologie gelungen, für das Glasrohr eine haft- und wischfeste Antireflexionsschicht zu entwickeln, durch welche die Lichtdurchlässigkeit von 92 auf 97 Prozent gesteigert werden konnte. Die Herausforderung habe vor allem in der Haftung der Antireflexionsschicht auf dem Spezialglas bestanden, betont Professor Frischat. Das Unternehmen habe jetzt durch die abriebfeste Antireflexionsbeschichtung einen Wettbewerbsvorteil. Frischat, der inzwischen emeritiert ist, verweist darauf, dass die Glasforschung heute nahezu die Hälfte der Forschungsaktivitäten des Clausthaler Instituts für nichtmetallische Werkstoffe ausmache. Im Besonderen bei der Entwicklung dünner Nanoschichten sei die Universität Clausthal in Deutschland führend.

Der Spezialglashersteller Schott ist mit Komponenten für solarthermische Kraftwerke weltweit Marktführer.

Weitere Infos:
www.naw.tu-clausthal.de
www.braunschweig.ihk.de/pressearchiv/2006

Ansprechpartner

Technische Universität Clausthal, Institut für Nichtmetallische Werkstoffe
Telefon: 05323 / 72-2463
Industrie- und Handelskammer Braunschweig
Telefon: 0531 / 4715-0