Aktuelles

30. März 2009

Serviceroboter mit sensibler Haut und Super-Hand

Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Universität Hannover stattete nun einen Standard-Industrieroboter mit einer nachgiebigen, positionsgeregelten Roboterhand, einer Roboterhaut und einem Sicherheitskonzept zur Arbeitsraumüberwachung aus.

Aus Sicherheitsgründen befand sich um einen Roboter bisher ein Sicherheitsbereich, der Menschen vor Verletzungen schützt. Wenn Mensch und Roboter aber Hand in Hand arbeiten sollen, dann muss es ihnen erlaubt sein, sich nahe zu kommen. Durch die Entwicklung der Wissenschaftler am IWF be- und entlädt der Roboter nun eine Presse für einen Umformprozess, während im direkten Umfeld Mitarbeiter Rohteile bereitstellen, die Presse einrichten und die Weiterverarbeitung vorbereiten.

Dabei kann die Roboterhand Werkstücke während des Maschinenprozesses festhalten, da sie hochdynamische Störimpulskräfte aus Fertigungsprozessen mechanisch herausfiltert. Diese Kräfte zerstörten bislang die Getriebe der Roboter und machten eine durchgehende Handhabung unmöglich. Die „fühlende“ Haut umgibt den Serviceroboter und erkennt Kollisionen mit Menschen oder Gegenständen, im Falle eines Zusammenstoßes dämpft ihre Nachgiebigkeit den Zusammenprall. Das dritte Teilprojekt, das Sicherheitskonzept zur Arbeitsraumüberwachung, funktioniert zweistufig: Werden Mitarbeiter im Arbeitsraum des Serviceroboters entdeckt, wird dieser in den Modus „sicher reduzierte Geschwindigkeit“ versetzt. Tritt eine Kollision an der Roboterhaut auf, schaltet der Roboter in den Modus „sicherer Halt“.

Der Roboter eignet sich besonders für die flexible Produktion kleiner Stückzahlen und kleiner Serien – gerade für kleine und mittlere Unternehmen. Die Serviceroboter können mit relativ geringem Aufwand an veränderte Aufgaben angepasst werden.

Während der Hannover Messe vom 20. bis 24. April 2009 wird „koSePro“ auf dem Gemeinschaftsstand der Leibniz Universität in Halle 2, Stand C 10 seine Fähigkeiten demonstrieren.

Dieses F&E Projekt wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Rahmenkonzeptes „Forschung für die Produktion von morgen“ gefördert und vom Projektträger Forschungszentrum Karlsruhe (PTKA) betreut. Es ist Teil des Forschungsprogramms „ Leitinnovation Servicerobotik“ des BMBF. Die Projektleitung lag bei der Lenze Drive Systems GmbH aus Hameln und dem Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover.


Weitere Informationen:
www.kosepro.de

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Jan Friederichs, Leibniz Universität Hannover, Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW)
Telefon: 0511 / 762-18067