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14. Januar 2009

Schnelltest erkennt Melamin in Lebensmitteln

Melamin auch in europäischem Gebäck und in Tierfutter – solche Schlagzeilen haben kürzlich Verbraucher und Nahrungsmittelindustrie hierzulande aufgeschreckt. Ein neues Testverfahren des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück identifiziert den gesundheitsgefährlichen Stoff schnell und preiswert. Der Test ist ein Angebot an die Hersteller von Lebensmitteln, die sicher ausschließen wollen, dass in den von ihnen verwendeten Zutaten Melamin enthalten ist. Sie erhalten innerhalb von 24 Stunden das Analyseergebnis.

Das neue Verfahren wurde speziell für den Einsatz bei Lebensmitteln entwickelt. Dabei kam den Experten aus Quakenbrück ihre besondere Erfahrung im Umgang mit den hochwertigen Rohstoffen zu Gute, die für Backwaren, Milchprodukte oder Futtermittel verwendet werden. Um den Schadstoff extrahieren und bestimmen zu können, entziehen sie der Probe Fett und wasserlösliche Anteile, fixieren sie in einer Kartusche und vermessen anschließend den Rest.

Melamin ist eine Chemikalie, die als Zutat für Nahrungsmittel unzulässig ist; ebenso ist der Import von melaminhaltigen Produkten nach Deutschland untersagt. Dennoch taucht sie verbotenerweise in Milchpulver, Maiskleber, Weizengluten oder Reisproteinen auf. Melamin enthält viel Stickstoff, und da dieser den Proteinanteil von pflanzlichen Eiweißquellen vortäuscht, kann zum Beispiel Milchpulver mit geringem Milchanteil dadurch gestreckt werden. Auch in Futtermitteln ist die verbotene Zutat bereits entdeckt worden. Im November vergangen Jahres beschlagnahmten französische Behörden 300 Tonnen Sojafutter, das mit Melamin belastet war; es war teilweise für die belgische Geflügelzucht bestimmt.

Von den deutschen Lebensmittelbehörden werden Produkte standardmäßig nicht auf Melaminbestandteile untersucht. Daher ist jedes Unternehmen, das entsprechende proteinhaltige Zutaten verarbeitet, potenziell gefährdet. Nur eine eigene Kontrolle kann hier Sicherheit geben.

Melamin kam vor allem in China zu trauriger Berühmtheit: Dort sind durch belastete Lebensmittel bis zu 300.000 Kinder erkrankt. Außerdem wurden in China hergestellte, mit Melamin versetzte Nahrungsmittelzusätze in Haustierfutter für den Tod mehrerer Hunde und Katzen in den USA verantwortlich gemacht.

Weitere Informationen:
www.dil-ev.de


Mit diesem Analysegerät identifiziert DIL-Ingenieur Dr. Helmut Steinkamp Melamin in Nahrungsmittelproben

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Helmut Steinkamp, Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) e.V., Quakenbrück
Telefon: 05431 / 183-135