Aktuelles

26. Februar 2008

"ScanRobot“ digitalisiert historisch wertvolle und seltene Buchbestände

Historisch wertvolle und seltene Buchbestände können künftig in bislang nicht gekannter Geschwindigkeit gescannt und damit digital verfügbar gemacht werden: Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) hat einen Scan-Roboter, den ersten vollautomatischen Buchscanner Norddeutschlands, in Betrieb genommen. Der Einsatz des Buchscanners ist Teil des SUB-Projekts „Qualitative Massendigitalisierung von Kulturgut“, das am Göttinger DigitalisierungsZentrum (GDZ), einer Abteilung der Bibliothek, angesiedelt ist. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Vorhaben mit rund 100.000 Euro.

Der „ScanRobot“, der bereits mehrere Innovationspreise für Digitalisierungsanwendungen erhalten hat, wurde in Zusammenarbeit mit der SUB von der Firma Treventus Mechatronics GmbH entwickelt. Gegenüber herkömmlichen Scan-Verfahren verspricht diese Technologie eine bis zu zehnfach größere Geschwindigkeit. Damit können auch Projekte der Massendigitalisierung effizient realisiert und die Digitalisierungskosten pro Band erheblich reduziert werden. Seine innovative und schonende Technologie ermöglicht eine Digitalisierung von Werken, die bislang aus konservatorischen Gründen überhaupt nicht oder nur unter großem Zeitaufwand aufgenommen werden konnten.

Die nur in geringfügigem Maß erforderliche Öffnung des Buches verhindert eine Überdehnung und Beschädigung des Buchrückens. Zugleich können die Scans verzerrungsfrei bis zum Buchfalz aufgenommen und so die Buchseiten wesentlich schneller als bisher automatisch in lesbaren Text umgewandelt werden. Die Bücher werden in den Scanner eingelegt, wo ein Scankopf softwaregesteuert die einzelnen Blätter ausliest und dann vorsichtig ansaugt, worauf sie ein leichter Luftstoß aus Düsen zum Umblättern bringt.

SUB-Direktor Dr. Norbert Lossau: „Der Einsatz des Scan-Roboters setzt so die Entwicklungslinie des Göttinger DigitalisierungsZentrums – Qualität und Quantität – konsequent fort.“ Das GDZ ist neben dem Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek eine der zwei großen Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Mehr als fünf Millionen Buchseiten stellt es bereits jetzt in digitalisierter Form online Forschung und Lehre frei zur Verfügung.


Weitere Informationen:
www.sub.uni-goettingen.de
www.uni-goettingen.de

Ansprechpartner

Georg-August-Universität Göttingen, Pressestelle
Telefon: 0551 / 39-0