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16. September 2008

RENEW Projekt: Diesel aus fester Biomasse

In dem von Volkswagen koordinierten EU-Projekt RENEW – renewable fuels for advanced powertrains – haben sich 32 Partner aus acht Ländern zusammengetan, Produktionsprozesse für Kraftstoffe der zweiten Generation, die sogenannten Biomass-to-Liquid-Kraftstoffe (BtL), zu untersuchen und zu vergleichen. Unter ihnen Daimler, Renault und Volvo Truck, die Energieunternehmen BP, Total und EDF sowie eine Reihe Anlagenentwickler und Forschungsinstitute, die Verfahren realisieren, in denen Biokraftstoffe nicht aus Lebensmitteln, sondern aus Holz und Stroh gewonnen werden. Die Europäische Kommission zeichnete das RENEW Projekt nun als eins von vierzig sogenannte „success stories“ aus.

Die beteiligten Firmen untersuchten und entwickelten sechs Verfahren zur Herstellung von Kraftstoffen der 2. Generation weiter, die Waldrestholz, Stroh, Kurzumtriebsholz oder Schilfgräser bei 800 bis 1300°C zu Synthesegas verschwelen. Aus dem Gas können die Forscher in einem zweiten Schritt mit dem Fischer-Tropsch-Verfahren Treibstoff erzeugen. Die Verfahren wurde für 500 Megawatt Leistung geplant, was einem Biomassebedarf von 1 Millionen Tonnen Trockenmasse entspricht.

Unter anderem entwickelte das niedersächsische Cutec-Institut ein Biomasse-flexibles Verfahren. Dazu testeten die Mitarbeiter verschiedene Einstellung der Versuchsanlage für die jeweilige Biomasse, um die herkömmlichen Verfahren zu optimieren. Weitere Verfahren entwickelten der Anlagenbauer Choreon Industries, die schwedische Firma Chemrec, die TU Wien, das Forschungszentrum Karlsruhe und das Unternehmen Abengoa.

Außerdem untersuchten führende Autohersteller, wie die Volkswagen Aktiengesellschaft, Daimler und Renault die Eigenschaften der Fischer-Tropsch Kraftstoffe BtL-Diesel und BtL-Naphtha in Motoren aus der Serienfertigung und für zukünftige Konzepte mittels Forschungseinzylinder. Dabei wurde festgestellt, dass der BtL-Diesel durch eine sehr hohe Cetan-Zahl sowie durch Schwefel- und Aromatenfreiheit hervorragende Qualität hat und somit konventionellem Diesel überlegen ist. BtL-Diesel kann schon heute in beliebigem Mischungsverhältnis problemlos in allen Dieselmotoren eingesetzt werden und erzeugt dabei weniger CO2, HC, CO sowie Ruß bei annähernd gleichen NOx-Emissionen. Zudem weist BtL als Designer-Kraftstoff den Weg zu den Verbrennungsmotoren der Zukunft.


Pyrolysedrehrohr (Bild: Cutec)

Weitere Informationen:
www.cutec.de