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19. Januar 2009

Neues Produktionssystem hilft Unternehmen bei der Internationalisierung

Immer mehr deutsche Unternehmen verlagern aus Kostengründen ihre Produktionsstandorte ins Ausland. Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt entwickelte nun das Globale Varianten Produktionssystem (GVP), das kleinen und mittleren Unternehmen helfen soll, die strategisch richtigen Entscheidungen bei der Auslagerung ihrer Produktion zu treffen.

An dem Projekt sind das Institut für integrierte Produktion (IPA) aus Hannover, das Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) aus Garbsen und das Soziologische Forschungsinstitut (SOFI) der Georg-August-Universität Göttingen sowie die niedersächsischen Unternehmen Satorius, Sennheiser und die Zufall Logistics group beteiligt. Ziel des Projektes war es, die Montagestandorte deutscher Unternehmen in Deutschland zu stärken.

Rein kostenbedingte Aus- und Verlagerungen von Fertigungs- und Montageanlagen sind häufig nicht nur volkswirtschaftlich problematisch und betriebswirtschaftlich riskant, sondern bringen oft auch unerwartet Folgekosten, Lieferverzögerungen oder Qualitätsmängel mit sich. Das neuentwickelte Produktionssystem ermittelt für den Unternehmer, welche Produkte er lohnenswert im Ausland produzieren kann und beantwortet zusätzlich Fragen wie: Mit welchen Partnern lohnt es sich, zu kooperieren? Wie schütze ich produktbezogenes Know-how? Wie können Logistikkosten minimiert werden?

Der international aufgestellte Labor- und Prozesstechnologie-Anbieter Satorius wendete beispielsweise das GVP im Rahmen des Projektes auf seine Produktion an und senkt so seine Montagekosten in Deutschland: Das mechanische Wägesystem als Herzstück einer Waage wurde traditionell aus 80 Einzelteilen montiert. Hohe Materialbestände, geringe Standardisierung und starker Personaleinsatz trieben die Produktionskosten in die Höhe. Durch die Schaffung eines Monolithen als Grundlage für das Wägesystem basieren nun unterschiedlichste Endprodukte auf dem gleichen Ausgangstyp. Dadurch spart Satorius Material- und Personalkosten am deutschen Standort und profitiert weiterhin von seinem globalen Netzwerk und den Kernkompetenzen der ausländischen Standorte. "Jedem Unternehmen wird mit dem GVP ermöglicht, seine Produktionsvariablen umfassend zu überprüfen und eine stimmige Lösung für den globalen Markt zu finden", so Carsten Wagner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des IFA. Hilfestellung bei der praktischen Anwendung gibt ein strukturierter Leitfaden in Buchform sowie Software gestützte Checklisten.

Weitere Informationen:
www.gvp-projekt.de

Ansprechpartner

Cindy Heinkel, PZH Produktionstechnisches Zentrum Hannover
Telefon: 0511 / 762-5208