Aktuelles

30. August 2007

Neues Handy-Fernsehen und die nächsten Generationen des Digitalfernsehen: TU Braunschweig auf der IFA Berlin

Das Institut für Nachrichtentechnik (IfN) der Technischen Universität Braunschweig ist auch 2007 im Technisch-Wissenschaftlichen Forum (TWF) der Internationalen Funkausstellung (IFA) vom 31. August bis zum 5. September in Berlin mit einem breiten Themenspektrum vertreten. Das IfN gibt mit seinen fünf Exponaten einen Einblick in die Forschungsarbeiten zu den aktuellen Systemen des Rundfunks und erläutert den Stand der Entwicklung an der nächsten Generation des terrestrischen Digitalfernsehens (DVB-T2) und des Kabelfernsehens (DVB-C2).

In Mobilfunknetzen ist der so genannte Handover, also der Wechsel zwischen den Signalen aus unterschiedlichen Zellen des Netzes, seit langer Zeit möglich. Mit der Einführung des "Mobile TV" mittels DVB-H und nach der Inbetriebnahme hybrider Kommunikationsnetze, bestehend aus der Kombination von DVB-H- und Handynetzen, wird auch hier Handover zum Thema. Mit einem Versuchsaufbau kann der Handover zwischen den Signalen zweier DVB-H-Sender demonstriert werden.
 
Softwareplattform für interaktive Multimediadienste über DVB-H und IP Datacast Mit DVB-H und IP Datacast können bei "Mobile TV" zusätzlich zu Audio und Video auch interaktive Multimediadienste über einen Rundfunkkanal auf Mobilgeräte - zum Beispiel Handys - übertragen werden. Hierzu zählen unter anderem TV-begleitende Anwendungen, wie Hintergrundinformationen, Spiele und Informationsdienste. Für die Nutzung solcher Zusatzdienste ist auf den Endgeräten eine standardisierte Softwareplattform erforderlich, welche die übertragenen Dienstbeschreibungen in Form von Softwareprogrammen zur Ausführung bzw. Anzeige bringt. Ein Prototyp einer solchen Plattform wird vorgestellt und im Live-Betrieb demonstriert.
 
Objektive Bildqualitätsanalyse für hochauflösendes Fernsehen (HDTV)
Bei der Codierung von Videosignalen geht es stets darum, eine vorgegebene Bildqualität mit einer gerade noch ausreichenden Datenrate des codierten Signals zu erreichen. Hierzu ist es erforderlich, ein Messverfahren zu verwenden, das idealerweise Störungen im codierten Bild so "wahrnimmt", wie dies auch ein menschlicher Betrachter tut. Da an vielen Punkten eines Video-Übertragungsweges, an dem eine Qualitätsmessung sinnvoll ist, nur das codierte, und nicht auch das Originalsignal zur Verfügung steht, sollte ein Ansatz zur Analyse gewählt werden, der kein uncodiertes Referenzsignal benötigt. Das IfN zeigt eine solche Lösung "live".
 
Analyse der Leistungsfähigkeit von hybriden (DVB-H-/Mobilfunk-) Netzen
Wenn hybride Kommunikationsnetze aus verschiedenen Teilnetzen zusammengestellt werden, ist zu entscheiden, welcher Teil des von Kunden abgefragten Datenverkehrs über welches der Teilnetze geliefert werden soll. Das IfN optimiert das Verhalten von hybriden Kommunikationsnetzen, die sowohl das DVB-H-Netz als auch ein Mobilfunknetz zur Datenübertragung verwenden. Dabei werden die angeforderten Daten durch eine so genannte Lastverteilung auf die beiden Teilnetze aufgeteilt. Berücksichtigt werden Live-Streams - wie die für "Mobile TV" - und Dateien.
 
Aktuelle Systeme des Rundfunks und zukünftige Entwicklungen
Nach der Einführung der klassischen Systeme des Digitalfernsehens wie DVB-C, DVB-S und DVB-T stehen in Deutschland derzeit Übertragungsverfahren für "Mobile TV", wie zum Beispiel DVB-H, vor der Einführung. Gleichzeitig finden im Rahmen des DVB-Projektes aber bereits Arbeiten statt, die auf eine nächste Generation des Rundfunks abzielen (DVB-C2, DVB-T2). Ideen und Ansätze für Systeme der nächsten Generation werden vorgestellt.
 
Alle Exponate sind im Technisch-Wissenschaftlichen Forum (TWF), Halle 5.3, Stand 7, zu sehen.

Weitere Informationen:
www.tu-braunschweig.de

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Peter Schlegel, Technische Universität Braunschweig, Institut für Nachrichtentechnik
Telefon: 0531 / 391-2459