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24. April 2008

Neuentwicklungen von ForWind erleichtern Ertragsprognose von Windkraftanlagen

Die Leistung von Windkraftanlagen kann in Zukunft besser überprüft werden: Ein neuartiges Messgerät, das im Zentrum für Windenergieforschung „ForWind“ entwickelt wurde, erfasst Windrichtung und Windgeschwindigkeit mit einem verschleißfreien so genannten Kugelanemometer. Zur Auswertung der ermittelten Daten setzt ForWind ein innovatives mathematisches Verfahren ein, das – anders als die bisher eingesetzten Standardverfahren - innerhalb weniger Tage detaillierte Informationen über die Leistung der Anlage liefert. Investoren und Anlagenbetreiber bekommen so ein Instrument an die Hand, mit dem sie die prognostizierte Leistung einer Windkraftanlage in der Realität überprüfen und gegebenenfalls korrigieren können.

Das Kugelanemometer besteht aus einem biegsamen Stab, an dessen Spitze eine Kugel montiert ist. Das kleine Gerät kann oben auf einer Windanlage platziert werden. Ein laserbasiertes optisches System tastet die Verbiegung des Stabes durch den Wind ab und liefert simultan Daten über Windgeschwindigkeit und -richtung. Das Messverfahren bietet sehr genaue Daten in kurzen Abständen. Das Messgerät kommt ohne bewegliche Teile aus und braucht damit wenig Wartung. Für die anschließende Bestimmung so genannter Leistungskennlinien hat ForWind eine neuartige Methode entwickelt. Sie rekonstruiert die Reaktionsdynamik der Anlage auf Windschwankungen auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeitsrechnungen (stochastischer Modellierung), die wesentlich effizienter als bekannte Verfahren ist.

Eingesetzt werden kann das Anemometer zum Beispiel von Betreibern einer Windkraftanlage, die ermitteln wollen, ob die beim Kauf vorhergesagte Leistung tatsächlich eingehalten wird. Es ist aber nicht nur zur Kontrolle, sondern auch zur Korrektur verwendbar: Wenn die Windkraftanlage zum Beispiel durch Verwirbelungen, Verschattungen oder andere Einflüsse nicht ausreichend Ertrag bringt, können Einstellungen an der Anlage wie eine andere Ausrichtung der Flügel die Leistung verbessern. Mithilfe des Kugelanemometers und der neuartigen Datenauswertung kann der wahrscheinliche Ertrag neu berechnet und optimiert werden.

Kugelanemometer und Rechenverfahren werden nun im Windkanal getestet. Wenn sich das System bewährt, bietet ForWind es interessierten Partnern für Herstellung und Vertrieb an.

ForWind präsentiert die Neuheit auf der Hannover Messe (Halle 13, Stand E 30).



Weitere Informationen:
www.forwind.de

Ansprechpartner

Moses Kärn, ForWind - Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg und Hannover
Telefon: 0441 / 36116-722