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8. Oktober 2008

Neue Konzepte für den regionalen Bahnverkehr

Regionalen Bahnstrecken droht oft das Aus, weil sie nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) legt nun neue Konzepte vor, wonach regionale Bahnstrecken wieder attraktiver werden. Dazu könnten Ortungssysteme auf Lokomotiven, optische Systeme an Bahnübergängen und neue Abläufe bei der Betriebsführung regionaler Eisenbahnstrecken beitragen.

Eine Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit von Regionalstrecken zu erhöhen, ist die Infrastruktur an den Strecken zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel so genannte Gleisfreimeldeeinrichtungen (z. B. Achszähler) – das sind Systeme, mit denen die Belegung von Gleisabschnitten kontrolliert wird. Bislang sind sie an der Strecke angebracht, müssen aufwändig gewartet werden und sind zudem unflexibel bei betrieblichen Änderungen. Effizienter ist es, die Position von Zügen direkt vom Triebfahrzeug aus zu orten. Die Wissenschaftler des DLR entwickeln mit POSITRON (Positioning for Safe Train Operation and Navigation) ein kostengünstiges System, das mit GPS (Global Positioning System), einer digitalen Karte und noch mindestens einem weiteren Sensor für eine sichere und genaue Positionsbestimmung sorgt. Die Ortung spielt für die Sicherheit eine wichtige Rolle und ist nötig, um Anschlüsse zu sichern und Fahrgäste zu informieren.

Eine weitere Idee des DLR soll dazu beitragen, die Kapazität der Strecken zu erhöhen. Bahnübergänge an Nebenstrecken, die permanent geschlossen sind, müssen bislang individuell bedient werden, wenn Autofahrer oder Fußgänger per Telefon um das Öffnen der Schranke bitten. Mit optischen Systemen, die den Gefahrenraum – also den Bereich zwischen den Schranken - mithilfe von Kameras überwachen und durch den Vergleich der Bilder "frei" melden, können die Anrufschranken automatisiert werden.

Die genannten Vorschläge sind Ergebnisse eines Forschungsprojektes, in dem nach Lösungen gesucht wurde, die Kosten für Personal, Instandhaltung und Wartung vor allem beim Betrieb regionaler Eisenbahnstrecken zu reduzieren.


Testfahrzeug RailDrive erprobt Ortungssysteme

Weitere Informationen:
www.dlr.de

Ansprechpartner

Carla Eickmann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Verkehrssystemtechnik, Bahnsysteme
Telefon: 0531 / 295-3497