Aktuelles

18. August 2006

Nachwachsende Rohstoffe für die Chemie

Am Studienort Emden der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven (FH OOW) wird, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), eine Nachwuchsgruppe für die Erforschung der „Stofflichen Nutzung von Fetten und Ölen zur Synthese von Zwischenprodukten der chemischen Industrie“ eingerichtet.

Die Fördersumme beträgt 1,26 Mio. €, die Förderdauer 5 Jahre. Auf die Ausschreibung der Förderung von Nachwuchsgruppen im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe gingen bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe 67 Anträge ein, von denen sechs zur Förderung ausgewählt wurden. Ziel der Förderung ist vor allem die nachhaltige, strukturelle Verankerung der Forschung auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe an deutschen Hochschulen. 

Die FH OOW setzte sich wegen des überzeugenden wissenschaftlichen Konzepts und wegen der erfolgreichen Kooperation auf diesem Gebiet mit abiosus e. V. Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung der Forschung über nachwachsende Rohstoffe, mit der regionalen Wirtschaft – RIS Regionale Innovationsstrategie – und der überregionalen chemischen Industrie sowie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Universität Oldenburg durch.

Während die energetische und Treibstoffnutzung nachwachsender Rohstoffe, z. B. Biogas und Biodiesel, schon eine breite Marktanwendung gefunden hat, stehen Verfahren, welche die Syntheseleistung der Natur für die Produktion von Chemikalien gezielt nutzen, noch am Anfang ihrer Entwicklung. 

Nur ca. 10% der Rohstoffe der chemischen Industrie werden gegenwärtig aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, darunter vor allem Pflanzenöle, Stärke und Cellulose. 90% der Produkte der chemischen Industrie werden demnach aus den fossilen Rohstoffen Erdöl und Erdgas hergestellt. Mit dem in naher Zukunft zu erwartenden Rückgang der Erdölförderung und mit den steigenden Erdölpreisen wird die zunehmende Substitution von Erdölprodukten der chemischen Industrie durch Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen notwendig und auch ökonomisch möglich. Dazu müssen schnellstmöglich die wissenschaftlichen Grundlagen gelegt werden. Weiterhin müssen Chemiker ausgebildet werden, die in der Lage sind, diese notwendige Umstellung der Rohstoffbasis der chemischen Industrie zu bewältigen. 

Noch in diesem Jahr will die Nachwuchsgruppe ihre Arbeit aufnehmen.

Ansprechpartner

Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven
Telefon: 0180 / 567807-0