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14. April 2009

Mehr Fahrsicherheit für Motorräder und Quads: FH Osnabrück präsentiert neue Fahrzeug-Prüfsysteme auf der Hannover Messe

Ein Team des Laborbereichs Fahrzeugtechnik der Fachhochschule Osnabrück entwickelte in Kooperation mit der TÜV Nord Mobilitäts-GmbH einen Prüfstand für Motorräder und Quads. Mit ihm prüfen die Wissenschaftler, wie sich Belastungen, die während der Fahrt entstehen, auf die einzelnen Fahrzeugbauteile von Motorädern und Quads auswirken. Im Prüfstand legt das Fahrzeug dazu virtuell eine Strecke von rund 100.000 Kilometern innerhalb von 72 Stunden zurück.

Das Projekt-Team um die Professoren Norbert Austerhoff und Viktor Prediger entwickelte hierzu eine einheitliche Methode bestehend aus umfangreichen Messtechniken und komplizierten mathematischen Datenverarbeitungsmethoden.

Im Vorfeld des Projekts führten die Verantwortlichen Online-Befragungen unter Motorradfahrern sowie Testfahrten durch, um genaue Messdaten zum Fahrverhalten sowie zum Spannungszustand eines Motorrads zu ermitteln.

"Für diese Fahrzeugtypen fehlte es in der Industrie bislang an allgemein zugänglichen Verfahren zur Bestimmung der Betriebsfestigkeit", erklärt Professor Austerhoff. Problematisch sei dies gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die bei der Entwicklung von Bauteilen für kleinere Fahrzeuge in der Vergangenheit nur auf ihren eigenen - häufig begrenzten - Erfahrungsschatz zurückgreifen konnten. Die in der Fahrzeugindustrie gängigen Methoden zur Bestimmung der Betriebsfestigkeit eines Kleinfahrzeugs sind zeit- und kostenaufwändig. Zudem fallen diese Techniken bei vielen Großunternehmen unter das Betriebsgeheimnis, so dass sie kleineren Herstellern nicht zugänglich sind. Auch fehlen gesetzliche Vorschriften zur Durchführung der Betriebsfestigkeitsuntersuchungen an Motorrädern und Quads, die in Kleinserien gebaut werden.

Inzwischen erhalten die Projektleiter der FH Osnabrück jeden Monat mehrere Anfragen von Unternehmen zur Durchführung der Betriebsfestigkeitsuntersuchungen. "Wir nehmen gern weitere Aufträge an", so Prof. Prediger. Er und sein Kollege sind für Interessenten unter Tel.: 0541/969-2960 oder -2135 zu erreichen.

Das Projekt der Fachhochschule Osnabrück wird am Gemeinschaftsstand der niedersächsischen Hochschulen (Stand A10) in Halle 2 vorgestellt. Die Hannover Messe zählt zu den bedeutendsten Technologieveranstaltungen weltweit und steht dieses Jahr unter dem Leitthema "Energieeffizienz in industriellen Prozessen".

Weitere Informationen:

www.ecs.fh-osnabrueck.de/fahrwerktechnik.html


Weit nach vorne geht es für den Bereich
Fahrzeugtechnik der FH Osnabrück: Prof. Dr.
Viktor Prediger und Prof. Dr. Norbert Austerhoff
(von links) stellen ein neues Prüfsystem für
Motorräder und Quads auf der Hannover Messe vor.

Ansprechpartner

Miriam Riemann, Fachhochschule Osnabrück, Presse- und Informationsstelle
Telefon: 0541 / 969-2944