Aktuelles

8. Dezember 2008

Interdisziplinäres europäisches Forschungs- und Ausbildungsprojekt an der TU Braunschweig

Junge Wissenschaftler untersuchen nun in dem neuen europäischen Ausbildungsprojekt MAMINA („ Macro, Micro and Nano Aspects of Machining“), wie sich Werkstoffe für die Luft- und Raumfahrt besser und kostengünstiger bearbeiten lassen. Koordiniert wird das Projekt vom Institut für Werkstoffe der Technischen Universität Braunschweig.

Fünf europäische Universitäten, vier Forschungseinrichtungen und zehn Industrieunternehmen aus Deutschland, Finnland, Großbritannien, Polen, der Slowakei und der Schweiz sind neben der TU Braunschweig an dem Projekt beteiligt. Ziel ist es, qualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden. Durch die Ergebnisse der jungen Nachwuchsforscher sollen die Fertigungskosten im Flugzeugbau außerdem um bis zu 20 Prozent gesenkt werden können.

Für die Qualität von Bauteilen ist die Wahl und Bearbeitung geeigneter Werkstoffe entscheidend. Zur Herstellung von hoch belasteten Bauteilen in der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie zur Energiegewinnung in Kraftwerken werden metallische Werkstoffe benötigt, die eine hohe Festigkeit besitzen, die auch bei hohen Temperaturen bis hin zu 900°C noch gegeben ist. Die bisher eingesetzen Werkstoffe lassen sich jedoch nur schlecht bearbeiten. Insgesamt 24 junge Wissenschaftler werden nun an den verschiedenen europäischen Standorten drei metallische Legierungen untersuchen, die im Flugzeugbau bereits verwendet werden. Dazu gehört eine Titanlegierung, die in verschiedenen hoch belasteten Komponenten eingesetzt wird, eine Nickelbasis-Superlegierung, die in Gasturbinen verwendet wird, und eine Kobaltbasislegierung, die in den Hochtemperaturbereichen von Flugzeugturbinen zum Einsatz kommt. Die jungen Forscher werden moderne Fertigungsverfahren nutzen, um neue Werkzeuge und Legierungen mit verbesserten Materialeigenschaften zu entwickeln.

Das MAMINA-Projekt verfügt über ein Budget von 3.684.000 Euro und ist eines der größten EU-Projekte, das bisher an der Technischen Universität Braunschweig durchgeführt wurde. Zurzeit ist es das einzige Projekt im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, das in Niedersachsen koordiniert wird, und stellt auf die Förderhöhe bezogen das größte Ausbildungsnetzwerk in Europa seit dem Beginn der Forschungsrahmenprogramme dar.


Bestimmung der Werkstoffeigenschaften
eines Werkstoffs für den heißen Bereich
eines Flugtriebwerks

Weitere Informationen:
www.tu-braunschweig.de

Ansprechpartner

Prof. Dr. Joachim Rösler, Technische Universität Braunschweig, Institut für Werkstoffe
Telefon: 0531 / 391-3061