Aktuelles

25. März 2008

Hören wie ein Schwerhöriger: Oldenburger Forscher präsentieren neuartigen Simulator

Einen neuartigen Simulator, mit dessen Hilfe sich die Auswirkungen unterschiedlicher Hörschädigungen sowie deren Kompensation mittels Hörgerät erleben lassen, haben Hörforscher des Oldenburger Kompetenzzentrums für Hörgeräte-Systemtechnik (HörTech) entwickelt.

"Unser HörTech Schwerhörendensimulator kann verwendet werden, um zu demonstrieren, wie Menschen mit Hörverlust hören und wie dieser Hörverlust mittels Hörgerät ausgeglichen werden kann", so Professor Birger Kollmeier, Sprecher des Kompetenzzentrums HörTech. "Mit dem Simulator werden Sounddateien, Musik oder Sprache, auf einem Computer abgespielt. Bei der Hörverlust-Simulation verarbeitet der Computer die Geräusche so, dass sie dem Höreindruck eines Hörgeschädigten entsprechen: Leise Geräusche werden nicht mehr gehört, gesprochene Worte im Lärm nicht mehr verstanden; alle Klangeindrücke sind verzerrt, und laute Geräusche erscheinen als zu laut."

Art und Grad der Schwerhörigkeit können über das Audiogramm eingestellt werden. Zudem lässt sich das Soundmaterial mittels Hörgeräte-Simulation wie in einem Hörgerät verarbeiten, und auch eine Kombination der beiden Simulationsformen ist möglich. Sie vermittelt den Höreindruck, den ein Schwerhöriger mit angepasstem Hörgerät empfindet.

Die Einsatzmöglichkeiten für die innovative Lösung sind vielfältig. Der Simulator kann zu Präventionszwecken in Betrieben und Schulen verwendet werden, dort die Sensibilisierung für das Thema Lärmschutz vorantreiben oder auch ein größeres Verständnis für Menschen mit Hör-Handicap schaffen.

Hörgeschädigte können mit Hilfe des Simulators erleben, wie viel des verlorenen Hörvermögens sie nach einer erfolgreichen Versorgung zurück erlangen könnten - für viele Betroffene eine wichtige Motivation.


"Zudem kann der Simulator für Forschungszwecke genutzt werden", so Professor Kollmeier. "Er dient uns hier als Master Hearing Aid, als eine Art Referenzhörgerät, mit dem wir unter Laborbedingungen untersuchen können, in welchem Maße ein Hörgerät einem Betroffenen hilft."

Damit die innovative Lösung schon bald Eingang in die audiologische Praxis findet, engagieren sich die Forscher der HörTech in der German Medical Technology Alliance. Diese deutschlandweit einzigartige Vereinigung, die sich die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kompetenzzentren für Medizintechnik selbst geschaffen haben, verfolgt das Ziel, neueste medizintechnische Entwicklungen schnellstmöglich ihrer praktischen Nutzung zuzuführen.

Weitere Informationen:
www.hoertech.de

Ansprechpartner

HörTech gGmbH, Oldenburg
Telefon: 0441 / 2172-200