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22. Mai 2009

Fälschungssichere Medikamentenverpackungen

Zum Schutz vor gefälschten Medikamenten entwickeln Forscher am Produktionstechnischen Zentrum (PZH) der Leibniz Universität Hannover elektronisch gesicherte Verpackungen. Ein Echtheitszertifikat, das auf der RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) basiert, soll die lückenlose Kontrolle der Medikamente vom Hersteller bis zum Patienten sicherstellen.

Das Zertifikat besteht aus einem kleinen Chip zur Datenspeicherung und einer aufgedruckten Mini-Antenne auf der Innenseite der Verpackung. Über Funkwellen können Daten auf den Chip geschrieben und ausgelesen werden. So kann der gesamte Weg des Medikaments von der Fertigungshalle über den Verpackungsprozess, den Spediteur und die Zwischenhändler bis hin zur Apotheke zurückverfolgt und geprüft werden. An jeder Station, die das Produkt durchläuft, werden Orts-, Zeit- und Produktangaben auf dem Chip gespeichert. „So wird das Produkt sehr fälschungssicher“, sagt Forschungsgruppenleiter Lennart Schulz. Zudem wird die Antenne des RFID-Transponders nicht aufgeklebt, sondern in mit einer speziellen Silberleitfarbe auf die Medikamentenverpackung gedruckt. Dadurch ist sie schwer nachzuahmen und kann nicht einfach abgelöst werden.

Damit der Transponder alltagstauglich für Händler, Spediteure und Apotheken ist, haben die Forscher einen RFID-Prüfstand entwickelt. Dieser macht die palettenweise Überprüfung möglich, ohne dass ganze Gebinde geöffnet werden müssen. Das ist bei Barcodes, mit denen Medikamentenverpackungen bislang ausgestattet sind, nicht möglich. Gefälschte Medikamente sind ein großes Risiko für Verbraucher. Vor allem in einigen Ländern Afrikas, Asiens und Osteuropas werden bis zu 50 Prozent gefälschter Arzneien vermutet. Viele der Plagiate kommen aus Indien, China, und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Durch die Globalisierung hat die Produktpiraterie an Bedeutung gewonnen.

Weitere Informationen:
www.uni-hannover.de/de


RFID-Prüfstand, der die palettenweise
Überprüfung von Medikamenten ermöglicht

Ansprechpartner

Dr. Stefanie Beier, Leibniz Universität Hannover, Pressestelle
Telefon: 0511 / 762-5342