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7. August 2006

Existenzgründer der TU Clausthal entwickeln autarkes Kleinkraftwerk

Das Institut für Elektrische Energietechnik (IEE) der Technischen Universität Clausthal hat gemeinsam mit der Firma Inensus GmbH eine kleine mobile Windenergieanlage entwickelt und bereits in Betrieb genommen. Sie kann in einem Standardcontainer auch an schwer zugängliche Orte geliefert werden. Selbst Laien können sie errichten und in Betrieb nehmen.

Das mobile Kleinkraftwerk kann von nur zwei Personen aufgebaut werden und besteht aus einem Windrad, das in 22 Metern Höhe einen Generator antreibt und bis zu 4.000 Watt Leistung produziert. Zusätzlich können ein Dieselmotor und eine Photovoltaikanlage angeschlossen werden. Außen muss dann nur noch der Stecker in die Steckdose gesteckt werden.
 
Als Einsatzgebiete sieht die junge Firma Inensus, die als Spin-Off aus der TU Clausthal hervorgegangen ist, vor allem Katastrophengebiete. Hilfsorganisationen können mit dem autark arbeitenden System flexibel Lebensmittel und Medikamente kühlen oder Wasser reinigen. Aber auch an Mobilfunkmasten, die bisher noch aufwändig an das allgemeine Stromnetz angeschlossen werden mussten, bringt die Neuentwicklung Vorteile.
 
Die technischen Potenziale in der Kleinwindenergie liegen vor allem in der Kopplung der Windenergieanlage mit anderen Energieumwandlungskomponenten. So wird es damit zukünftig möglich sein, kostengünstige Wärmegewinnung über Wärmepumpen aus 100 Prozent erneuerbaren Energien mit Biogasanlagen oder Wassergewinnung aus Umkehrosmose und Luftfeuchtigkeit zu realisieren.
 
Bisher ist die mobile Windenergieanlage noch ein Prototyp am IEE. Über die Leipziger Firma Terawatt soll das Kleinkraftwerk aber bald am Markt der dezentralen Stromversorgung angeboten werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Hans-Peter Beck, TU Clausthal, Institut für Elektrische Energietechnik
Telefon: 05323 / 72-2299