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23. Juli 2007

Erstmals resorbierbares Implantat in Herzscheidewand eines Kindes eingesetzt

Die Kinderkardiologen des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen haben weltweit erstmals einem Kind ein biologisch abbaubares Implantat für die Behandlung von Defekten in der Herzscheidewand eingesetzt. Durch das neue, sich selbst auflösende Implantat gibt es langfristig deutlich weniger Fremdkörperreaktionen.

"Das ist ein großer Fortschritt bei der Behandlung von Herzscheidewanddefekten", erläutert Dr. Christian Jux, projektverantwortlicher Oberarzt an der Abteilung Pädiatrie III mit Schwerpunkten Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin im Herzzentrum Göttingen. Das neue Verschlusssystem wird durch körpereigene Enzyme und Fresszellen des Patienten abgebaut - vergleichbar mit einem auflösbaren Faden beim Wundverschluss. Wenn das Verschlusssystem in der Herzscheidewand eingeheilt und von körpereigenem Gewebe überdeckt ist, löst es sich innerhalb von zwei Jahren zu etwa 90 Prozent auf. Die Göttinger Kinderkardiologen haben das neue System in einer Forschungskooperation entwickelt und erprobt. Es hat jetzt das Europäische Sicherheitssiegel „CE“ erhalten.
 
Der große Vorteil für kleine Patienten: Löcher in den Scheidewänden der Vorhöfe und in den Herzkammern zählen zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern. "Besonders für Kinder bietet das Verschlusssystem eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit. Kinder müssen lange mit ihrem Implantat leben", erläutert Jux. "Bei den bisher verfügbaren Systemen finden wir häufig auch nach Jahren noch lokale Entzündungs- und Fremdkörperreaktionen oder sogar Verkalkungen und Gewebewucherungen. Diese Risiken können mit dem neuen Implantat gesenkt werden." 


Quelle: Universität Göttingen

Weitere Informationen:
www.universitaetsmedizin-goettingen.de

Ansprechpartner

Stefan Weller, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0551 / 39-9959