Aktuelles

8. Oktober 2007

Entwicklung spezifischer Nachweissysteme für gentechnisch veränderte Organismen

Im Institut für angewandte Biotechnologie der Tropen (IBT) an der Georg-August-Universität Göttingen werden in Kooperation mit der miprolab GmbH unterschiedliche, immunchemische Testsysteme zur Detektion von spezifischen Proteinen entwickelt. Diese Verfahren weisen die Substanzen aus den gentechnisch veränderten Pflanzen über die Bindung an spezifische Antikörper nach.

Gängige Testformate sind der ELISA (Enzyme-linked immunosorbent assay), der in Mikrotiterplatten durchgeführt wird, oder der LFA (lateral flow assay), ein membrangebundener Streifentest, der sich vor allem für den Vor-Ort-Nachweis eignet. Die Verfahren können aber auch auf Biochipsystemen eingesetzt werden, die mehrere Metaboliten simultan nachweisen.

Damit kann das IBT Unternehmen bei der Entwicklung, der Implementierung und dem Einsatz von Nachweisverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen unterstützen. Der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie bietet es neben der Beratung und gutachterlichen Tätigkeit auch die Durchführung der Analysen an.
 
Dies ist vor allem in der Futter- als auch Lebensmittelindustrie von Nutzen, da in der EU sowohl Futter- als auch Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen bestehen oder aus diesen gewonnen wurden, gekennzeichnet werden müssen. Für Deutschland ist zudem ein Monitoring der Anbauflächen vorgesehen. Dies setzt sensitive und spezifische Verfahren voraus, die die Veränderungen auf genetischer Ebene oder über spezifische Proteine, etwa das Bacillus-thuringiensis-Protein im Bt-Mais, nachweisen.
 
Die weltweite Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen hat 2006 erneut zugenommen. Auf 102 Millionen Hektar wuchsen unter anderem veränderte Mais-, Soja- und Baumwollsorten. Die einen produzieren beispielsweise spezifische Proteine gegen Schädlinge, wie der sogenannte Bt-Mais, andere sind resistent gegen definierte Herbizide. Damit bietet der Anbau dieser Pflanzen Vorteile in der Produktion, der anschließenden Verarbeitung oder im Hinblick auf gewünschte Inhaltsstoffe.



Weitere Informationen:
www.uni-goettingen.de/de/sh/16648.html

Ansprechpartner

Dr. Frank Gessler, Universität Göttingen, Institut für angewandte Biotechnologie der Tropen (IBT)