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24. November 2006

Deutscher Zukunftspreis 2006 geht an Göttinger Physikprofessor Hell

Der mit 250.000 Euro dotierte Deutsche Zukunftspreis geht in diesem Jahr an den Göttinger Physikprofessor Stefan W. Hell. Mit dem von ihm entwickelten Lichtmikroskop ist es jetzt möglich, Zellen in bisher ungekannter Auflösung zu betrachten.

Mit jetzt möglichen Auflösungen von 20 Nanometern (zum Vergleich: ein Haar hat die Größe von 1000 Nanometern), können beispielsweise winzige Proteinkomplexe in lebenden Zellen für das menschliche Auge sichtbar gemacht werden. Das eröffnet neue Chancen für eine gezieltere Medikamententwicklung bei allen erdenklichen Krankheiten, von der Grippe bis zur Krebsforschung.

Bundespräsident Köhler verlieh die renommierte Auszeichnung am Donnerstagabend in Berlin. Der Preis zeichnet zukunftsweisende Ideen und Erfindungen aus, die Wissenschaftler zu marktreifen Projekten entwickelt haben. Die Auszeichnung wurde zum zehnten Mal vergeben.

 Der diesjährige Göttinger Preisträger ist Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie und hat mehr als zehn Jahre an seiner Erfindung getüftelt. Das besondere daran: Er stellt bisher als unumstößlich geltendes Lehrbuchwissen auf den Kopf. Der Thüringer Physiker Ernst Abbe (1840-1905) hatte vor über 100 Jahren festgeschrieben, dass unter einem Lichtmikroskop nichts zu sehen ist, was kleiner ist als 200 Nanometer.
 
Hell hat mit seiner Erfindung gezeigt, dass es sich immer wieder lohnt, auch in Stein gemeißeltes Wissen in Frage zu stellen. Sein Lichtmikroskop soll im kommenden Jahr für geschätzte 800.000 Euro auf den Markt kommen.

Weitere Infos:

www.mpibpc.gwdg.de

Ansprechpartner

Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (Karl-Friedrich-Bonhoeffer-Institut)
Telefon: 0551 / 201-0